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2012: Happy durchs neue Jahr
Alles wird immer schlimmer, weil früher war ja alles besser: Ich kann es nicht mehr hören! Dieser ewige deutsche Kulturpessimismus, für den alles Neue gleich zum Risiko wird.
Ob Internet (nur Schmutz, Schund, Abzocke), Handys (verstrahlen das Hirn), E-Books (vernichten das Buch) oder Facebook (spioniert zu dunklen Zwecken die User aus): Allen innovativen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten wird prinzipiell mit tiefstem Misstrauen begegnet. Dahinter verbergen sich meistens die Interessen der Besitzstandsbewahrer, die zu dumm oder träge für das Prinzip der schöpferischen Zerstörung sind, dieses von Schumpeter als Grundmotiv des modernen Kapitalismus beschriebenen Bewegungsgesetzes.
Apropos Kapitalismus: Die auf Privateigentum basierende Wirtschaft wird ja seit kurzem auch von erzbürgerlichen Medien für alle Übel der Welt verantwortlich gemacht. Lieber hätte man ja, was eigentlich? DDR reloaded? China light? Auf jeden Fall wohl weniger Neues, weniger Eigenverantwortung, weniger Risiko. Es wäre doch prima, wenn ein paar aufgeklärte Geister, die noch den Mut haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen, 2012 einmal dagegen halten würden. Und auf die Gewinne an Gesundheit, Wohlstand, Bildung und Freiheiten der letzten 100 Jahre hinweisen. Wenn Sie sich dadurch Feinde machen, dann nicht für lange: Am 21. Dezember 2012 geht ohnehin die Welt unter. Das haben angeblich die alten Mayas herausgefunden (=früher war alles klüger).
Gerhard-Richter-Ausstellung
Und womit vertreiben wir uns bis dahin die Zeit? Zum Beispiel mit dem Besuch der großen Gerhard-Richter-Ausstellung vom 12. Februar bis 13. Mai in der Neuen Nationalgalerie Berlin:
