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3-D-Badplanung: Willkommen im Raum
"Genauso habe ich mir mein neues Bad vorgestellt!" Seit der Sanitär- und Heizungsgroßhändler Eugen König in Koblenz das virtuelle 3-D-Badplanungssystem "Living Vision" eingeführt hat, hören seine Mitarbeiter diesen Satz häufiger.
Vor allem Frauen seien von BAD. LIVE, wie "Living Vision" bei Eugen König heißt, begeistert. Ralph Stöppler, Leiter der Niederlassung Mainz, glaubt auch den Grund dafür zu kennen: "Frauen fällt es mitunter schwer, sich ihr neues Bad räumlich vorzustellen. BAD. LIVE beseitigt diese Hürde und erleichtert so die Kaufentscheidung."
Aufgrund der positiven Erfahrungen mit virtueller Badplanung am Unternehmenssitz entschloss sich das Unternehmen, eine weitere Niederlassung mit der interaktiven Komplettlösung auszustatten: diesmal in Mainz. Ende August war es soweit: Rund fünf Stunden benötigten Eberhard Schreiber, der das Tool in Kooperation mit der INNOVA-engineering GmbH Dresden und dem Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung in Magdeburg entwickelt hat, und sein Mitarbeiter Armin Bauer, bis die Anlage aufgebaut und betriebsbereit war.
Eugen König ist derzeit der einzige Fachhändler im Rhein-Main-Gebiet, der das 3-D-Präsentationswerkzeug einsetzt. "Selbstverständlich steht das neue Badplanungssystem auch unseren Fachhandwerkspartnern in den Filialen Bad Kreuznach, Worms und Frankfurt zur Verfügung", betont Isabel Schott, die die Mainzer Ausstellung leitet. Das Unternehmen hofft, durch BAD. LIVE weitere Fachhandwerker zu gewinnen, die bisher noch mit anderen Großhändlern kooperieren.
Fotorealistische Darstellung des neuen Bads
Anders als bei herkömmlichen Badplanungstools, deren Ergebnisse am Computer oder per Beamer präsentiert werden, profitieren Kunden mit BAD. LIVE erstmals von einer fotorealistischen dreidimensionalen Darstellung. Hierfür sorgt unter anderem eine Stereobrille, die die Illusion räumlicher Tiefe erzeugt und während der Projektion der Planungsergebnisse auf eine 2,60 Meter mal 1,95 Meter große Leinwand aufgesetzt wird.
Durch diesen technischen Kunstgriff erfährt der Kunde bereits im Entwurfsstadium, wie sein neues Badezimmer später einmal aussieht. Zudem hat er die Möglichkeit, jede beliebige Planungs- und Gestaltungsvariante in Szene zu setzen. Obgleich die Firma Eugen König selbst keine Fliesen führt, gilt dies auch für Boden- und Wandbeläge. Dafür sorgt das 3-D-Badplanungsprogramm innoPlus der INNOVA-engineering GmbH Dresden, das BAD. LIVE zugrundeliegt und in dessen Datenbank die Fliesen von 80 namhaften Herstellern aus dem In- und Ausland hinterlegt sind.
Für die Mitarbeiter bedeutete die Einführung des neuen Systems jedoch auch, sich mit einem neuen Planungsprogramm vertraut zu machen: "Bisher haben wir mit der Lösung von DVC gearbeitet", erzählt Isabel Schott. "Da Fliesen-Schreiber sich auf INNOVA als Kooperationspartner festgelegt hat, mussten wir zusätzlich ein neues Badplanungsprogramm anschaffen." Den sicheren Umgang mit der Software innoPlus trainierten die Mitarbeiter in zweitägigen Schulungen. Einschließlich der Kosten für das Badplanungsprogramm und bauliche Anpassungen in den Ausstellungsräumen beliefen sich die Investitionen für BAD. LIVE auf rund 55.000 Euro.
Ziel ist es, die Fachhandwerkspartner des Großhändlers in den kommenden Wochen über die Möglichkeiten zu informieren, die die dreidimensionale Badplanung bietet. In Kleingruppen von fünf bis sechs Personen sollen sie dann eigenhändig virtuelle Schranktüren öffnen, Wasserhähne bedienen und den optimalen Abstand zwischen einzelnen Sanitärkomponenten bestimmen. Das nutzt nicht nur ihnen selbst, sondern auch ihren eigenen Kunden. Denn: "Im Grunde ist BAD. LIVE vergleichbar mit einer Probefahrt im neuen Auto. Das kauft man in der Regel auch erst, wenn man schon ´mal dringesessen hat", resümiert Ralph Stöppler.
Petra Menke
Im Fokus: die Eugen König GmbH
Die Eugen König GmbH ist nach eigenen Angaben einer der führenden Sanitär- und Heizungsgroßhändler in Rheinland-Pfalz. Das mittelständische Familienunternehmen mit Sitz in Koblenz wird in dritter Generation von Dr. Rolf-Eugen König geleitet.
Neben Koblenz unterhält das Unternehmen 17 weitere Standorte: Bad Kreuznach, Bad Neuenahr, Bingen, Gera, Frankfurt (2 x), Limburg, Mainz, Mayen, Neuwied, Wittlich, Worms, Prüm, Zeitz, Zweibrücken, St. Ingbert und Trier. Davon verfügen acht über eine eigene Ausstellung, zehn sind Abholmärkte.
Eugen König beschäftigt derzeit etwa 460 Mitarbeiter, darunter acht in der im Januar 2006 eröffneten Niederlassung in Mainz. Diese umfasst eine 1.300 Quadratmeter große moderne Ausstellung und das 1.100 Quadratmeter große Abhollager "König Express". Die Ausbildungsquote liegt Unternehmensangaben zufolge bei über zehn Prozent.


