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Exklusiv: "Grüne" Fliesen made in Germany

Zum nachhaltigen Bauen sprach CARO mit Dieter Schäfer, dem Vorsitzenden des Industrieverbandes Keramische Fliesen + Platten und Vorstands-vorsitzenden der Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG.

Dieter Schäfer (Fotos: Deutsche Steinzeug)

caro:

Welche Aspekte sind in der öffentlichen Diskussion um umweltverträgliche Baumaterialien von besonderer Bedeutung?

Dieter Schäfer:

Bei der derzeitigen Konzentration auf Label und Zertifikate kommen zwei Themen in der Regel zu kurz. Beides sind Themen, die für unsere Branche von zentraler Bedeutung sind, und die darüber hinaus dem Produkt "keramische Fliese" in punkto Umweltverträglichkeit gegenüber einem Großteil der Anwendungskonkurrenz eine "Vorbildfunktion" verschaffen.

Das ist zum einen die Nutzungsdauer. Ihre unverwüstbare Schönheit über viele Jahre beziehungsweise Jahrzehnte machen die Fliese in Verbindung mit einem minimalen Reinigungsaufwand von Haus aus zu einem Musterbeispiel an Nachhaltigkeit. Aufwändige Pflege- oder Reinigungsprozeduren entfallen ebenso wie regelmäßige Renovierungen.

Ein anderer wichtiger Aspekt betrifft mit dem Schlagwort Wohngifte ein zentrales Anliegen aller Verbraucher: die Ausdünstung giftiger Substanzen mit erheblichen Raumluftbelastungen. Da die Fliese nur aus natürlichen, "gesunden" Rohstoffen besteht, verhält sie sich zeitlebens raumluftneutral, das heißt, es sind keinerlei Ausdünstungen vorhanden.

caro:

Warum fehlt für die keramische Fliese in Deutschland bisher ein Öko-Label, eine Zertifizierung?

Dieter Schäfer:

Der ressourcenschonende Einsatz von Energie und Rohstoffen sowie eine umweltverträgliche Produktion sind für die Deutsche Industrie seit Jahren absolut selbstverständlich. Diese Anstrengungen stehen bei uns auf der Tagesordnung. Das einzige, das wir vermutlich versäumt haben, ist, darüber kontinuierlich und intensiv zu berichten. Tatsächlich sind wir anderen Ländern in vielen Aspekten deutlich voraus.

Die Vielzahl der unterschiedlichen Label macht es sowohl den Kunden aber auch den Herstellern nicht einfach, das "richtige" Zertifikat und Label zu wählen. Hier stehen sich die Deutschen vermutlich durch ihre Gründlichkeit und Genauigkeit selbst im Weg. Aber ich verspreche Ihnen: Dafür hat das, was dann dabei herauskommt, auch bei kritischer Nachfrage Bestand.

Die deutsche Industrie ist auf dem Weg, die für die öffentliche Beschaffung erforderliche, von den Architekten und Planern sowie den Endkunden gewünschte Umweltdeklaration nach den europäisch anspruchvollsten Grundsätzen des Bundesbauministeriums zu erlangen. Das Verfahren ist allerdings streng und langwierig.

caro:

Herr Schäfer, wir bedanken uns für das Gespräch!

www.deutsche-steinzeug.de


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