Fachberatung


Fördermittel sichern

In der CARO-Ausgabe 5/2015 berichten wir über Förderungsmöglichkeiten der persönlichen Fortbildung und beruflichen Fähigkeit. Um sich öffentliche Fördermittel zu sichern, empfehlen wir im Folgenden eine Vorgehensweise für Privatpersonen und Unternehmen.

Fördermittel, Fortbildung, Weiterbildung
Wer sich weiterbilden möchte, kann auf öffentliche Fördermittel zurückgreifen. (Foto:www.einstellungstest-polizei-zoll.de / pixelio.de)

1. Vorüberlegung

Nicht alles, was an Bildungsangeboten auf dem Markt ist, wird durch öffentliche Mittel gefördert. Dennoch wird häufig mehr gefördert, als wir annehmen. Daher ist die Vorüberlegung „Was ist das Ziel der Fort- oder Weiterbildung?“ der erste und wichtigste Schritt zum Erlangen einer öffentlichen Förderung.

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit eines „Individualzugangs“ – die private, nicht durch ein Unternehmen finanzierte Weiterbildung beziehungsweise Qualifizierung – oder eines durch eine Firma finanzierten „Unternehmenszugangs“.

- Was möchte ich durch die Weiterbildung erreichen?

Soll zum Beispiel ein Abschluss erreicht werden, sollte klar sein, welcher. Oder dient die Weiterbildung als Aufstiegsqualifizierung im Unternehmen? Welche Position werden Sie dann einnehmen?

- Wann möchte und kann ich die Weiterbildung machen (Jahr, Monat)?

Wichtig ist der Starttermin. Förderungen sind in der Regel zeitlich beschränkt gültig. So ist zum Beispiel ein Bildungsscheck (NRW) innerhalb von sechs Monaten nach Ausstellung vom Scheckinhaber insofern einzulösen, als dass er sich verbindlich zu der ausgestellten Weiterbildung anmeldet und den Bildungsscheck dem Weiterbildungsanbieter übergibt

- Ist meine Weiterbildung eine Grundqualifizierung?

„Staplerscheine“ sind sogenannte Grundqualifizierungen. Diese werden nicht von allen Förderprogrammen unterstützt. Vor allem bei dem sogenannten individuellen Zugang. Förderungen für Grundqualifizierungen können eventuell von Unternehmen in Anspruch genommen werden. Das ist wiederum abhängig von der Situation der zu fördernden Person, der Unternehmensgröße und weiteren Faktoren wie Standort und vieles mehr. So sind viele Förderungen nur für Klein- und mittelständige Unternehmen (kurz KMU) möglich.

- Wie hoch ist mein ohne Förderung zur Verfügung stehendes Budget der Weiterbildung?

Tagesseminare, die zum Beispiel einen „Refresher“ für Verkäufer/innen zum Auffrischen der erlernten Fähigkeiten darstellen, liegen bezüglich der Investition gerne über 1.000 Euro für eine zweitägige oder auch schon eintägige Veranstaltung. Könnten Sie die Investition auch ohne Fördermittel durchführen? Die Frage ist deswegen wichtig, da es grundsätzlich keinen rechtlichen Anspruch auf Förderung gibt. Weiterhin sind manche Förderungen auf einen Maximalbetrag der Weiterbildung reduziert. So kann die Bildungsprämie, in Form eines Prämiengutscheins, nur für Weiterbildungen eingesetzt werden, welche maximal 1.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer betragen. Bei dem eingangs erwähnten Bildungsscheck ist das unabhängig der Weiterbildungskosten. In beiden Fällen werden 50 Prozent der Weiterbildungskosten, maximal jedoch 500 Euro zum Förderbetrag – beim Bildungsscheck Nordrhein-Westfalen inklusive Mehrwertsteuer bei einem individuellen, exklusive Mehrwertsteuer bei einem Unternehmenszugang. Wenn Sie ihr Budget bestimmt haben, können Sie zielgerichtet im Weiteren nach Bildungsprogrammen suchen.

2. Die genaue Bestimmung der Weiterbildung

Dabei ist das World-Wide-Web Fluch und Segen zugleich. Sie können in Suchmaschinen zum Beispiel ganze Textteile eingeben. Das ist insofern sinnvoll, wenn Sie sich nicht sicher sind wie die genaue Bezeichnung der gewünschten Weiterbildung ist. Nun gibt es sehr viele seriöse Internetseiten. Doch wie erkennt man seriöse Internetseiten? Websites, die im Schwerpunkt informieren wollen, verzichten auf sogenannte Landingpages. Denn diese zwingen den Seitenbesucher dazu, für die Weiterleitung zur eigentlichen Homepage oder gezielten Informationsseite eine kurze Anmeldung durchzuführen. Sehr häufig wird neben Vor- und Zunamen zur Eingabe der E-Mailadresse aufgefordert. Anschließend bekommen Sie einen „Bestätigungslink“ per E-Mail, in welchem sie den Bestätigungslink anwählen und den Bedingungen zustimmen müssen. Erst nach Anwählen des Bestätigungslinks kommen Sie auf die gewünschte Seite. Seriöse Informationsseiten verzichten auf ein solches Prozedere. Bei manchen Seiten dürfen Sie sich hingegen freiwillig anmelden, wenn zum Beispiel für weitere Informationen (Förderrechner usw.) personenbezogene Daten benötigt werden – einige Förderprogramme sind nämlich abhängig von Alter und zu versteuerndem Einkommen. Seien Sie also sensibel bei der Informationssuche! Nutzen Sie dabei auch die Angebote und Informationen gewerblicher Seiten; Homepages von Kammern sind zwar neutral, zeigen oftmals aber nicht alle Weiterbildungsangebote, vielmehr schwerpunktmäßig die eigenen. Beschränken Sie sich daher auf Angebote, welche Sie zu ihrem festgelegten Weiterbildungsziel führen, das Sie sich unter Punkt 1 überlegt haben.

3. Die Detailplanung

Das Weiterbildungsziel ist bestimmt, die Weiterbildung ausgesucht. Nun gilt es den Weiterbildungsanbieter herauszusuchen. Dabei sind folgende Kriterien zur Auswahl des Anbieters zu berücksichtigen:

- Welche Erfahrung hat der Weiterbildungsanbieter?

- Wie viele solcher Weiterbildungen hat er schon durchgeführt?

- Sind mehrere unterschiedliche Dozenten, Trainer usw. für die Weiterbildungsangebote eingesetzt?

- Nach welchen Qualitätskriterien arbeitet der Anbieter (zum Beispiel Mitglied im BDVT, dem Berufsverband der Trainer, Berater und Coaches, Zertifizierungen)?

- Welche Erfahrung hat der Anbieter mit dem Einsatz von Fördermitteln?

- Was kostet die Weiterbildung?

- Ist in dem Betrag bereits die Mehrwertsteuer enthalten?

- Welche zusätzlichen Kosten (Hotel, Tagungspauschale, Reisekosten, Zertifizierungskosten, Prüfungsgebühren usw.) kommen auf Sie zu?

- Wie groß ist die Teilnehmergruppe? Das ist besonders wichtig, denn einige Weiterbildungsangebote verlangen eine Mindest- und gegebenenfalls auch eine Maximalteilnehmerzahl!

- An welchen Tagen findet die Weiterbildung statt?

- Wie lange ist die Dauer an den Präsenztagen? Einige Förderprogramme schreiben eine gewisse Mindeststundenzahl vor!

- Wie lange ist die Gesamtdauer (Tage, Wochen, Monate ...) der Weiterbildung? Auch hier ist bei einigen Förderprogrammen wichtig, dass eine gewisse Dauer nicht überschritten wird!

Wenn Sie alle Informationen haben, suchen Sie sich drei Favoriten heraus. Bei einigen Förderprogrammen müssen Sie in einem persönlichen Gespräch nämlich mehrere Anbieter benennen. Wenn Sie keine Anbieter benennen, wird dieser durch die Beratungsstelle benannt. Und im Falle einer Förderung kann das bedeuten, dass Sie die Förderzusage nur bei den in der Zusage benannten Anbietern auch einlösen können.

Mehr zur eigentlichen Förderung lesen Sie in der CARO-Ausgabe 5/2015.

Links zur Übersicht von Förderungen:

www.esf.de: Seite der Bundesregierung, rund um den Europäischen Sozialfond

www.bildungspraemie.info: Seite der Bundesregierung für Bildung und Forschung

Weitere Informationen finden sich regional, bei den jeweiligen Landesregierungen.

www.pixelio.de


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