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Keramostone: Kunden an die Hand nehmen
Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern stellt der im oberbayerischen Landsberg am Lech ansässige Fliesenhandel Keramostone ein Sortiment für anspruchsvolle Kunden bereit. CARO war für Sie vor Ort.
Bereits beim Eintritt in die Ausstellung und einer kurzen Rundumschau klingelt das Telefon unentwegt. Die gemeinsamen Geschäftsführer Thorsten Pahl und Mario Eichstädt haben alle Hände voll zu tun. Zeit also für uns, einen genaueren Blick in das Ladengeschäft zu werfen. Denn der Außenauftritt von Keramostone ist dezent und verrät wenig von der Vielfalt des Angebots.
Auf gut 600 Quadratmetern finden wir eine Fliesenpräsentation vom Feinsten. Gleich auf der linken Seite vom Eingang lenkt eine mehrteilige Empfangstheke den Besucherblick auf sich. Hier prägen Mosaikfliesen unterschiedlicher Couleur das Bild. Ein wenig zurückversetzt befindet sich noch einmal ein Tresen, an dem die Kundschaft in entspannter Atmosphäre bei einem Espresso Kataloge und Muster studieren kann.
An der Ausstattung und Auswahl der Präsentationen wurde in diesem Unternehmen nicht gespart. Schauen wir auf den Fußboden, löst eine Fliese die andere ab. Auf großer Fläche, aber auch kleiner Bandbreite kommt hier hauptsächlich edles italienisches Material zur Geltung.
Wir stehen auf einer beigefarbenen, mit nostalgisch anmutendem Muster versehenen Fliese in den Maßen 120 x 120 Zentimeter der Designerin Patricia Urquiola. Der für die Firma Mutina entworfene keramische Industriestein mit dem französischen Namen "Dechirer" liegt bei 200 Euro pro Quadratmeter. Die Preisspanne, so Thorsten Pahl, der sich für kurze Zeit von seinen Pflichten am Telefon befreit, bewege sich auf einem mittleren bis hohem Niveau.
Etwa 13 Kojen mit Badmöbeln und Sanitärzubehör zählen wir bei unserem Rundgang. Zum Nachbargeschäft, dem Sanitärgroßhändler L.T.Mayer, besteht ein direkter Zugang durch das Geschäft. Hier hat Keramostone noch rund 30 weitere Badanwendungen mit Sanitärausstattungen des Großhändlers verfliest. Leider würden die hochwertigen Fliesen oft nicht zum Warenangebot des Nachbarn passen, bemerkt Mario Eichstädt. Fliese und Sanitär sollten gut aufeinander abgestimmt sein. Als Stützpunkthändler von Antonio Lupi und Vola vertreibt Keramostone deshalb seine eigene Sanitärkeramik und Armaturen.
Auf die Frage, wie groß das Fliesensortiment in der Ausstellung ist, schauen sich die beiden Geschäftsführer ein wenig ratlos um. An die 4.000 Fliesenmuster dürften es bestimmt sein, kommen wir überein. Fast alle Präsentationsmöbel wurden vom Schreiner angefertigt. Ein paar Industrieschränke stehen luftig eingebettet im Ausstellungskonzept.
Neben den italienischen Herstellern, die das Hauptsortiment ausmachen, finden wir Muster aus aller Herren Länder. Außer Granit hat Keramostone so ziemlich alles im Programm. Neben einer großen Auswahl an Natursteinen und Zementfliesen ist das Angebot von Mosaiksteinen beachtlich. Hier steht der Italiener Sicis im Vordergrund. Auf Bisazza verzichten die Chefs weitgehend, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Auch auf deutsche Hersteller ist das Unternehmen nicht eingestellt, aber besorgt werden kann im Grunde alles, was der Kunde wünscht.
Im Segment der Sanitärkeramik steht die Nachfrage nach Badewannen an erster Stelle. Aber auch Verblender im Wohnbereich und Treppenfliesen werden oft gewünscht. In einem kleinen Extraraum finden wir dann noch eine große Auswahl an Parkettböden und Kork.
Die Lichtsituation ist in diesem Geschäft durch eine weiße Kassettendecke gelöst, die mit eingelassenen Lichtquadraten versehen ist und an manchen Stellen mit Punktstrahlern arbeitet. Große Fensterfronten sorgen zudem für viel Tageslicht.
Auf dem gleichen Grundstück befindet sich auch das 600 Quadratmeter große Lager. Hauptsächlich wird diese Fläche für Kommissionsware genutzt, bietet aber auch einen kleinen Fliesen-Abverkauf an.
Als reiner Handelsbetrieb beschäftigt Keramostone keine eigenen Fliesenleger, aber mit Partnern besteht eine enge Zusammenarbeit - je nach Projekt. Unterstützt werden die beiden Geschäftsführer von zwei Angestellten im Verkauf und im Büro. Auch eine Innenarchitektin wird bei Bedarf hinzugezogen. Hauptsächlich Privatkunden und kleinere Bauträger, die ein kreatives Ambiente schätzen, nutzen den Rundumservice dieses Fliesenhandels.
Mario Eichstädt betont, dass der Stil und das Farbkonzept stimmen müssen, um im Fliesenhandel erfolgreich zu sein. Technische Extras, wie die Planung am Computer würden oft überbewertet werden. "Unsere Technik ist es, die Kunden rundum zu unterstützen", so der Geschäftsführer. Und dieses Angebot wollen wir gleich einmal bei einer Beratung testen.
Für ein großes Souterrain-Zimmer, das als Fotoatelier genutzt werden soll, suchen wir die passende Bodenfliese. Wir sind ein bisschen skeptisch, ob wir für unsere Zwecke hier das richtige finden, doch Mario Eichstädt lenkt sofort ein und versucht dezent herauszufinden, was wir mögen, brauchen, und welchen Preis es uns wert ist. Da gibt es einiges, was in Frage käme, wie die Bodenfliese "Trekking" von Atlas Concorde in einem matten beige in den Maßen 60 x 60 Zentimeter für rund 52 Euro.
Man könne sich auch überlegen eine Fliese der zweiten Sortierung zu wählen, die preislich viel günstiger sei. Allerdings macht uns Eichstädt darauf aufmerksam, dass bei einer zweiten Wahl die Fliesen nicht nachbestellt werden können und durch die ungenauere Kalibrierung breitere Fugen sichtbar wären.
Wir überlegen: Eine Kiste mit Ersatzfliesen können wir leicht im Keller lagern. Doch welches Modell nehmen wir nun? Für unsere finale Entscheidung brauchen wir noch einen Moment, denn die Auswahl ist in der Tat enorm.
Fazit: Keramostone ist ein außergewöhnlicher Fliesenhandel mit einer Beratungsstruktur, die kaum Wünsche offen lässt. Kein Fliesenhandel, der Ware von der Stange anbietet.
Im Check
www.keramostone.com
++++ Benutzerfreundlichkeit: Übersichtlichkeit, Menuführung, Schnelligkeit etc. ++++ Unternehmensinfos: Firmengeschichte/-philosophie, Corporate Identity, Niederlassungen, Sortimente, Service-Leistungen, Öffnungszeiten, Kontakt, Anfahrtsskizze, Impressum ++++ Sortiment: Produkt-Infos, aktuelle Angebote, Materialkunde, Verlegemuster, Anwendungsbeispiele etc. +++ Ausstellung: Ausstellungsfotos, virtueller Rundgang durch die Ausstellung etc. +++ Kunden-Service: Profi-Kunden-Login, Online-Bestellung, Nutzwert für Endverbraucher, Downloads, Newsletter, Katalogversand, Links zu Geschäftspartnern, Architekten-Service CARO-Gesamturteil: 18 + von 25 + +++++ = sehr gut, ++++ = gut, +++ = befriedigend, ++ = ausreichend, + = mangelhaft
CARO-Autorin Sara Soffner
Sara Soffner arbeitet seit fast zwei Jahrzehnten als Journalistin und Fotografin für verschiedene Branchen. Die gebürtige Westberlinerin schreibt seit 2008 Beiträge für CARO und ist Ansprechpartnerin für Fliesenfachhändler im süddeutschen Raum.
Kontakt:
Sara Soffner, Am Biberholz 5, 82234 Weßling, Tel. 08153-916789, Mobil 0174/9102006,


