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Licht im Bad: Funktionalität + Emotion

Experten raten beim Licht im Bad Funktionalität und Atmosphäre zu verbinden. Der Trend geht dabei zur LED-Beleuchtung, die sich in Architektur, Innenarchitektur, Sanitärausstattung, Fliesen, Naturstein und Möbel integrieren lässt.

Foto: Nimbus Group

Die Zeiten sind vorbei, als eine große, nüchterne Deckenleuchte das Badezimmer erhellte, unterstützt von einer kleinen, grellen Leuchte am Spiegel. "Das Thema Licht rückt in der Sensibilisierung der Kunden immer stärker in den Fokus. Denn Licht transportiert Emotionen und die sind im Bad besonders wichtig, vor allem weil das Bad immer mehr zur Wohlfühloase wird", stellt Matthias Freimuth fest, Innenarchitekt bei Sanitär Wahl/Livinghouse. Kein Wunder, dass sich Architekten, Badplaner, Licht- und Elektroexperten sowie Sanitärhersteller heute verstärkt darum kümmern, die Ansprüche ihrer Kunden an eine atmosphärische, aber gleichwohl funktionale Beleuchtung zu erfüllen.

Natürlich müssen Leuchten im Bad wegen der Feuchtigkeit bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllen. "Doch das wissen die Elektrofachleute. Wichtiger ist es für Bauherren und Planer, frühzeitig die Beleuchtung in die Badezimmerplanungen einzubeziehen. So können Leitungsauslässe an der richtigen Stelle platziert oder notwendige Konverter untergebracht werden, bevor die Oberflächen fertig sind", Daniel Neves Pimenta, Innenarchitekt beim Leuchtenhersteller Nimbus Group.

Vor dem Hintergrund rät auch Freimuth: "Erst sollten die Kubaturen des Raumes mit der Innenarchitektur festgelegt werden, dann die Materialien und die Beleuchtung. Denn so kann das Beleuchtungskonzept exakt auf alle Details abgestimmt werden." Wesentlich sei es dabei, auf die individuellen Wünsche der Kunden einzugehen, denn schließlich nutzt jeder das Bad anders und auf diese Stimmungen muss das Beleuchtungskonzept Antworten geben. "Das Zusammenspiel von Architektur, Beleuchtung und Ausstattung ist entscheidend für eine perfekte Gesamtinszenierung", so Freimuth.

Im Bad 200 Lux, aber nie ohne Dimmer

Hinzu kommt der Trend, dass die Wohnwelten und das Bad nicht mehr strikt getrennt sind. "Die Bauherren wünschen Durchgänge zwischen beiden Räumen. Immer öfter sind die Räume sogar eins und die Badewanne steht offen im Raum, also eigentlich im Schlafzimmer", sagt Neves Pimenta. "Für das Beleuchtungskonzept heißt das, es unterscheidet sich nicht wesentlich von dem anderer Wohnräume."

(Foto: Sanitär Wahl/Livinghouse)

Je nach aktuellem Bedarf und Stimmung muss es die gesamte Bandbreite abdecken: viel Licht für das morgendliche Zähneputzen bis hin zum dezenten, gemütlichen Schummerlicht für das Vollbad am Abend. Neves Pimentas Tipp: "200 Lux Beleuchtungsstärke sollten es im Bad schon sein, aber nie ohne Dimmer."

Drei Funktionen erfüllt das Licht im Bad: Es muss den Raum gut ausleuchten. Am Spiegel wird ein helles, aber angenehmes Licht zum Rasieren und Schminken benötigt. Und während des Badens oder Duschens sollte das Licht den Raum in eine Relax-Atmosphäre tauchen.

Gefragt ist raumintegriertes Licht

"Stark im Kommen ist ein raumintegriertes Licht, also Leuchten, die kaum wahrnehmbar sind und fließende Übergänge zwischen Architektur und Innenarchitektur schaffen", so Livinghouse-Innenarchitekt Freimuth.

Vor diesem Hintergrund sieht Nimbus-Experte Neves Pimenta die Zukunft der Bad-Beleuchtung in LEDs: "LEDs eröffnen eine Reihe von innovativen Lösungen fürs Bad, die vorher so nicht denkbar waren. Da die LED-Technologie längst ausgereift ist, wartungsarme Leuchten mit extrem langen Lebenszeiten sowie einer sehr flachen Bauweise und intelligenter Steuerung ermöglicht, lassen sich Beleuchtungselemente sehr gut in Oberflächen einlassen."

(Foto: Sanitär Wahl/Livinghouse)

LEDs illuminieren Keramik und Sanitär

Auch der japanische Komplettbadanbieter TOTO macht sich bei seinen Produkten die Vorzüge der integrierten LED-Technologie zunutze: Er stattet seine aus transluzentem Epoxidharz gefertigten Waschtische und Badewannen der "Neorest"-Serie LE mit LEDs aus, so dass sie atmosphärisch wirkungsvoll illuminiert werden. Unterstützt wird dies von den LED-Lichtbändern in und an den Schränken. Werden etwa die motorisierten Schubladen geöffnet, schaltet sich automatisch das indirekte Licht darin an. Damit wird nicht nur die Schublade ausgeleuchtet, sondern auch das Bad durch die Reflexion der Holzeinlagen in ein warmes Licht getaucht.

Wesentlich ist laut Neves Pimenta, dass die LED-Leuchten im Bad eine angenehme Lichtfarbe verbreiten, die ein gesundes, positiv-realistisches Aussehen widergeben. "Schließlich will niemand morgens im Spiegel in ein bleiches Gesicht schauen", so der Nimbus-Innenarchitekt. Gerade die Beleuchtung am Spiegel ruft immer wieder Kritiker auf den Plan. Das LED-Licht werfe zu harte Konturen, heißt es. "Das stimmt so nicht", so Neves Pimenta, "durch ihre weiche Abstrahlcharakteristik sind LEDs hier besonders geeignet."

Bei allen technischen Möglichkeiten der LED-Beleuchtung rät Neves Pimenta jedoch doch von Farbsteuerungen mit LEDs ab, auch wenn dies problemlos zu realisieren ist. "Zu nachhaltigen, zeitlosen Beleuchtungskonzepten passt dies unserer Auffassung nach nicht."

CARO-Hintergrund: Über Wahl / unverwechselbad

Livinghouse wurde 2002 als Tochterfirma der in Stuttgart ansässigen Wahl GmbH gegründet. Das Unternehmen beschäftigt ein Team von Innenarchitekten, die individuelle Material-, Farb- und Beleuchtungskonzepte für Bäder entwickeln. Wenn die Kunden es wünschen wird der gesamten Wohn- und Gartenbereich einbezogen. Exemplarische, von Livinghouse entworfene Interieur- und Outdoorkonzepte sind in den Showrooms zu sehen: in Stuttgart auf 2.400 Quadratmeter einschließlich eines Außenbereichs mit Sonnenbad sowie einem Sachgarten für Events und einer Showküche und in Böblingen auf 500 Quadratmetern. "Unsere Kunden bekommen bei uns alles aus einer Hand. Wir erarbeiten jeweils ganz persönliche ‚Wohlfühllösungen‘, ob auf ein Detail, auf einzelne Räume oder auf das ganze Objekt bezogen", erläutert der Geschäftsführer Harald Wahl das integrierte Unternehmenskonzept.

www.livinghouse.de


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