Verkaufscoach - Fachberatung


Teamentwicklung: Konfliktpotenziale nutzen

In einem Arbeitsteam sind Spannungen und Konflikte unter den Teilnehmern etwas ganz Normales. Darum muss es auch keinen übertriebenen Anlass zur Sorge geben, wenn zwischen den Mitgliedern eines Teams unterschiedliche Ansichten vorherrschen oder gar mehrere Gruppierungen nebeneinander existieren. Reibungen untereinander bleiben einfach nicht aus.

Teamarbeit, Konflikte lösen, Verhaltensweisen
Ausgebildete Trainer können Teams in ihrer Zusammenarbeit unterstützen. (Foto: Juergen Jotzo / pixelio.de)

Die Bandbreite der möglichen Konfliktpotenziale ist dabei beinahe unendlich groß und reicht von den typischen Nebensächlichkeiten bis hin zu wirklich wichtigen Dingen, die über Erfolg oder Misserfolg bei der Erreichung der Teamziele dienen.

Um jedoch sicherzustellen, dass die Erreichung der gemeinsamen Teamziele immer im Fokus und in realistischer Nähe bleiben, sollte der oder die Teamleiterin ein gutes Gespür dafür haben, die wichtigen Konfliktpotenziale von den unwichtigen zu trennen. Nicht jede Meinungsverschiedenheit hat das Potenzial zur Katastrophe. Befindlichkeiten entstehen sehr häufig auf der persönlichen oder emotionalen Ebene und lassen sich darum auch nicht über rein sachlich orientierte Argumente aus der Welt schaffen. Mögen sie noch so gut oder zutreffend sein. Konflikte lösen sich immer über die Beziehungsebene.

Ein bestehender Konflikt, der nicht offen zutage tritt,
kann nicht geklärt und bereinigt werden.

Es ist nun mal so, dass jedes Team verschiedene Phasen in seiner Entwicklung  durchläuft. Die verschiedenen Teammitglieder müssen erst einmal ihren eigenen Platz im Team finden, sich dort zurechtfinden, auch voneinander abgrenzen. Dafür werden wechselseitige Verbindungen geschlossen oder gegebenenfalls aufgelöst. Dabei wird um Wichtiges oder Unwichtiges gerungen, für Beobachter manchmal ohne Sinn und Verstand. Kurzum, jedes Teammitglied sucht die eigene Rolle, und das geht nun mal nicht ohne Konflikte von statten.

Die Kunst der guten Teamführung

Aber Vorsicht: Manche Katastrophen stellen sich ein, weil die großen Konflikte oder das, woraus sie entstanden sind, entweder nicht bemerkt oder als nicht handlungsnotwendig eingestuft wurden. Das kann gefährlich werden. Die Kunst der guten Teamführung besteht unter anderem darin, die Energie im Team, die mit der Austragung von Konflikten einhergeht, so zu kanalisieren, dass sie im positiven Sinn für die Erreichung der Ziele eingesetzt werden kann. Das erfordert viel Fingerspitzengefühl, gehört jedoch zu den Aufgaben und Anforderungen an gute Teamleiter.

In vielen Teams ist es so, dass beobachtete oder erlebte Verhaltensweisen nicht oder zu wenig aus eigenem Antrieb reflektiert werden. Nicht jedes Teammitglied ist so extrovertiert oder selbstbewusst, Missstimmungen oder Konflikte zu thematisieren. Und ohne aktive Auseinandersetzung entstehen so im geringsten Fall Unbehagen, im schlimmsten Fall Abwehr, Ablehnung oder Boykott anderer Teammitglieder. Für das Zusammenwirken im Team ist das mehr als abträglich.

Teams beflügeln

Teams als ganze Einheit und auch die einzelnen Teammitglieder lassen sich mit einfachen Hilfsmitteln gut in ihrer Entwicklung unterstützen. Ganz einfach, indem sie sich selbst als Team immer wieder bewusst auf den Prüfstand stellen. Diese Vorgehensweise ist bewährt und kann im wahrsten Sinne des Wortes ein Team beflügeln. Dies gelingt zum Beispiel, indem regelmäßig ein- oder mehrtägige Teamtrainings oder Teamentwicklungen durchgeführt werden. Idealerweise erfolgt dies mit Unterstützung eines dafür ausgebildeten Trainers, der aus dem eigenen Unternehmen oder von extern hinzugezogen wird und das Team in seiner Zusammenarbeit unterstützt. Dieser Trainer begleitet und leitet das Team über Übungen, Gruppen-/Rollenspiele oder Selbstreflexion dazu an, sich mit sich selbst, mit seinen Verhaltensweisen und mit der Qualität seiner Ergebnisse zu beschäftigen.

Die Frage nach dem „was machen wir?“ wird dabei um das viel wichtigere „wie tun wir das genau?“ oder „wie gehen wir dabei miteinander um?“ erweitert. Ebenso: „Was genau macht das mit mir?“ Die Frage nach dem „wie?“ ermöglicht erst den Blick auf die Stimmung im Team, auf die Prozesse, auf die Qualität der Ergebnisse. Sie deckt ebenso Unzulänglichkeiten, Versäumnisse oder eben Verbesserungspotenziale im Teammiteinander auf. Einem guten Trainer gelingt dabei, Unstimmigkeiten und mögliche Konfliktpotenziale so ans Tageslicht zu holen, dass keiner der Anwesenden befürchten muss, bloßgestellt oder verletzt zu werden. Dabei gilt: Was nicht bekannt ist, kann auch nicht verändert, verbessert oder abgeschafft werden. Jeder Konflikt, der so bereinigt wird, mobilisiert zusätzliche Energie für die Erreichung der gemeinsamen Teamziele.

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CARO-Autor Marc Sobolewski

Verkauf, Eigensicht, Schwachstelle, Konjunktur

hat seinen Abschluss in Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln gemacht. Seit 2002 bietet er erfolgreich Marketing- und Vertriebsberatung an, einschließlich Workshops und Trainings. Davor war er viele Jahre im Mittelstand und in Konzernen tätig, zuletzt in der Geschäftsleitung eines mittelständischen Herstellers, verantwortlich für Marketing und Vertrieb. In seine Beratung, Workshops und Trainings fließen fundierte Erfahrungen aus der Konsumgüter- und Fliesenbranche ein. Seit 2008 beschäftigt er sich zudem damit, Veränderungsprojekte in Unternehmen durch begleitende Change Management-Maßnahmen zum erfolgreichen Abschluss zu führen. Marc Sobolewski ist zertifizierter Verkaufs- und Verhaltenstrainer nach den Richtlinien des dvct. Seit 2005 bringt er als CARO-Autor praktisches Verkaufswissen auf den Punkt. Mittlerweile sind über 100 Artikel von ihm erschienen.

Kontakt: Marc Sobolewski
Telefon: 069/5979 7558
E-Mail: m.sobolewski@m-2-s.de
Web: www.m-2-s.de


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